Der Begehbare Kleiderschrank – Mehr als nur Stauraum
Wenn ich mit jungen Paaren arbeite, die in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung Platz sparen müssen, ist die Frage nach dem Gästebett oft ein heikles Thema. Niemand will, dass die Schwiegereltern auf einer durchgelegenen Couch nächtigen. Hier kommt die wersalka ins Spiel, die sich längst vom muffigen Image der 70er Jahre befreit hat. Die modernen Ausführungen haben oft einen eingebauten mechanismus DL, mit dem sich die Liegefläche in Sekundenschnelle ausklappen lässt. Das ist kein Kampf mit Hebeln und Verklemmungen mehr. Man zieht einmal, und schon hat man eine ebene Fläche von 140 mal 200 Zentimetern.
Viele meiner Kundinnen unterschätzen, wie viel Platz ein klassischer Kleiderschrank mit Drehtüren frisst. Die Türen schwingen auf und blockieren den Laufweg. Ein begehbarer Kleiderschrank löst dieses Problem, indem er die Tür nach außen öffnet oder eine Schiebetür bekommt. Ich plane oft eine Tiefe von mindestens 80 Zentimetern, damit man bequem stehen und die Kleidung anfassen kann. Ein schmaler Gang von 60 Zentimetern reicht nicht aus, da stößt man ständig mit den Ellenbogen an die Regale. Ein Kunde hatte nur 50 Zentimeter Tiefe, da habe ich die Stangen quer zur Laufrichtung montiert – das funktioniert für Jacken und Hosen erstaunlich gut.
Wenn ich an die Herausforderungen meiner Kunden denke, stoße ich oft auf das Problem der Gästebetten, die tagsüber im Weg stehen. Die Lösung ist eine moderne wersalka, die nicht mehr wie ein altes Klappsofa aussieht. Die neuen Modelle haben schlanke Armlehnen, filigrane Füße und wirken fast wie eine elegante Chaiselongue. Der Clou ist der integrierte Ausziehmechanismus, der in Sekunden ein vollwertiges Bett entstehen lässt. Ich empfehle meinen Kunden, beim Kauf unbedingt auf die Matratzenhöhe zu achten – mindestens 14 cm sollten es sein, sonst spürt man die Stäbe. So ein Modell verwandelt ein kleines Arbeitszimmer über Nacht in ein gemütliches Gästezimmer.
Ich stand in meiner 55-Quadratmeter-Wohnung und wusste nicht wohin mit den Winterjacken, als meine Mutter ankündigte, sie wolle übers Wochenende kommen. Der begehbare Kleiderschrank, von dem ich immer geträumt hatte, schien in dieser Größenordnung unmöglich. Aber dann entdeckte ich eine Nische im Flur, die genau 1,20 Meter breit und 2 Meter tief war. Kein Raum für ein Gästezimmer, aber perfekt für einen begehbaren Kleiderschrank mit einer kleinen Schlafgelegenheit. Ich ließ mir von einem Schreiner eine einfache Rahmenkonstruktion bauen, die ich mit weißen Vorhängen statt teurer Türen verschloss. Das sparte nicht nur Geld, sondern machte den Bereich auch luftiger. Innen hängte ich zwei Kleiderstangen auf unterschiedlichen Höhen, eine für Blusen, eine für Röcke. Darunter stellte ich flache Regale für Schuhe. Die oberen Fächer nutze ich für Koffer und Decken, die ich selten brauche. Aber das eigentliche Geheimnis dieses begehbaren Kleiderschranks ist die kleine Bank, die ich in der Mitte platziert habe.
Am Ende geht es nicht nur um Stauraum. Es geht um ein Gefühl von Ordnung und Luxus, das entsteht, wenn alles seinen festen Platz hat. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand einen begehbaren Kleiderschrank bereut hat. Die Investition lohnt sich, selbst wenn man nur eine Ecke im Flur oder unter der Treppe nutzt. Die morgendliche Routine wird entspannter, weil man nicht mehr in überfüllten Schränken wühlt. Und wenn die Tür zu ist, verschwindet das gesamte Chaos einfach. Das ist keine Magie, sondern clevere Planung mit ein paar Zentimetern mehr.
Die größte Herausforderung in vielen meiner Projekte ist das Schlafzimmer. Es soll Ruheoase sein, aber auch funktional. Oft steht dort ein massives Bett, daneben eine Kommode, und irgendwo muss die Kleidung hin. Ein begehbarer Kleiderschrank nimmt diese Last vom Raum. Ich habe einmal in einer 45-Quadratmeter-Wohnung eine komplette Trennwand aus Gipskarton einziehen lassen. Auf der einen Seite das Bett mit einem 16 cm dicken auf einem stelaz listwowy, auf der anderen ein schmaler, aber tiefer Raum mit Kleiderstangen. Das Schlafzimmer wirkte plötzlich doppelt so groß, weil keine Schränke mehr die Sicht blockierten. Die Ordnung bleibt hinter der Wand verborgen.
Manchmal muss der begehbare Kleiderschrank auch als Abstellraum für Haushaltsgegenstände herhalten. In einer Familie mit zwei Kindern habe ich die Rückwand mit Haken für Staubsauger und Bügelbrett bestückt. Das klingt chaotisch, aber mit einer durchgehenden Gardine aus Leinen vor der Öffnung sieht man nichts mehr davon. Die Kinder lernen so früh, ihre Jacken an die Haken zu hängen, statt sie auf den Boden zu werfen. Der Raum ist bewusst schlicht gehalten: weiße Wände, grauer Teppichboden, keine Muster. Das lenkt nicht ab und lässt die Kleidung strahlen.
Bei der Wahl der Leuchtmittel achte ich auf die Farbtemperatur. Warmweiß mit etwa 2700 Kelvin ist für Wohnzimmer und Schlafzimmer ideal. Für die Küche oder das Bad nehme ich eher neutralweiß mit 4000 Kelvin. Das wirkt klarer und hilft beim Arbeiten. Ich habe auch dimmbare Lampen in meiner Wohnung. So kann ich das Licht je nach Tageszeit anpassen. Morgens heller, abends sanfter. Das tut den Augen gut und schafft eine natürliche Atmosphäre. Die Beleuchtung in der Wohnung sollte nie grell oder kalt wirken.